Häufig kommen Besitzer mit ihren kleinen neuen Samtpfoten zu uns und berichten, dass sich das Kätzchen häufig schüttelt, kratzt oder Durchfall hat. In vielen dieser Fälle hätte ein frühzeitiger Tierarztbesuch die Beschwerden — und den Aufwand — deutlich reduziert.

Worauf man direkt nach dem Einzug achten sollte

  • Häufiges Kopfschütteln oder schmutzige Ohren — Hinweis auf Ohrmilben
  • Jucken oder Knabbern an der Haut — möglicher Flohbefall
  • Durchfall, Blähbauch oder abgemagertes Erscheinungsbild — häufig durch Wurmbefall bedingt

Erst zum Tierarzt, dann ins neue Zuhause

Wenn bereits andere Tiere im Haushalt leben, empfiehlt es sich, das Kitten vor dem Einzug untersuchen und behandeln zu lassen. Parasiten lassen sich so verhindern, bevor sie sich auf andere Tiere oder — im Fall von Zoonose-Erregern — auf Menschen übertragen.

In der Praxis sehen wir regelmäßig, dass Besitzer zwei bis drei Wochen nach dem Einzug mit genau diesen Symptomen kommen. Dann müssen oft alle im Haushalt lebenden Tiere behandelt werden, und gegebenenfalls ist auch eine Wohnungsbehandlung nötig.

Vorsorge ist in diesen Fällen deutlich einfacher und kostengünstiger als Nachsorge.

Was beim ersten Besuch untersucht wird

Der Tierarzt prüft das allgemeine Erscheinungsbild, misst das Gewicht und untersucht Augen, Ohren, Gebiss, Fell sowie Herz- und Lungengeräusche. Je nach Befund werden Parasitenstatus und Impfstatus besprochen.

Impfungen für Kitten

Beim ersten Besuch werden die Basisimpfungen angesprochen: Schutz gegen Katzenseuche (Panleukopenie) und Katzenschnupfen-Komplex (Herpesvirus, Calicivirus) gehören zur Grundimmunisierung. Je nach Haltungssituation können weitere Impfungen sinnvoll sein.

Entwurmung

Kitten sind sehr häufig mit Spulwürmern belastet, die von der Mutter übertragen werden. Eine frühzeitige Entwurmung ist daher Routine. Der Tierarzt zeigt auch, wie künftige Entwurmungen zuhause durchgeführt werden können.

Transportbox: Vorbereitung macht den Unterschied

Gewöhnen Sie das Kätzchen frühzeitig an die Transportbox — als normalen Aufenthaltsort, nicht nur als „Tierarztbox". Das reduziert Stress bei allen zukünftigen Besuchen erheblich. Beruhigende Pheromone (z. B. Feliway) können zusätzlich helfen.