Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Das Herz ist bei Tieren ebenso wie beim Menschen ein zentrales Organ, das rund um die Uhr arbeitet. Erkrankungen des Herzens zählen gerade bei Hunden und Katzen zu den häufigen medizinischen Befunden, die im Laufe des Lebens auftreten können. Herzerkrankungen bei Tieren entwickeln sich in vielen Fällen schleichend – sie verlaufen über Monate oder sogar Jahre, bevor eindeutige Beschwerden sichtbar werden. Genau das macht sie so tückisch: Wenn ein Tier äußerlich noch fit wirkt, kann im Inneren bereits ein Prozess im Gange sein, der frühzeitig erkannt und beobachtet werden sollte.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen angeborenen Herzfehlern, die bereits bei der Geburt vorhanden sind, und erworbenen Herzerkrankungen, die sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Zu den häufigsten erworbenen Formen gehören Erkrankungen der Herzklappen sowie Veränderungen des Herzmuskels, die als Kardiomyopathie bezeichnet werden.

Welche Tiere sind besonders betroffen?

Herzerkrankungen bei Tieren treten artenübergreifend auf, wobei bestimmte Gruppen ein erhöhtes Risiko aufweisen. Bei Hunden sind vor allem kleinere und mittelgroße Rassen im mittleren bis höheren Lebensalter häufig von Klappenerkrankungen betroffen, während große und Riesenrassen eher zu Herzmuskelerkrankungen neigen. Auch bei Katzen kommen Herzerkrankungen vor – hier ist die hypertrophe Kardiomyopathie, also eine Verdickung der Herzmuskulatur, die häufigste Form. Sie wird bei bestimmten Rassen wie der Maine Coon oder der Ragdoll gehäuft beobachtet, kann aber grundsätzlich jede Katze treffen.

Zeichen, die aufhorchen lassen sollten

Da Tiere Beschwerden oft lange kompensieren, sind die Hinweise zunächst unspezifisch. Tierbesitzer sollten aufmerksam werden, wenn ihr Tier:

  • sich schneller erschöpft oder weniger Ausdauer beim Spaziergang zeigt
  • häufiger hustet, vor allem nachts oder nach Ruhephasen
  • schneller oder angestrengter atmet als gewohnt
  • an Gewicht verliert, ohne dass sich die Fütterung geändert hat
  • unruhig ist oder keinen ruhigen Schlafplatz findet
  • Ohnmachtsanfälle oder plötzliche Schwächephasen zeigt

Keines dieser Zeichen beweist für sich allein eine Herzerkrankung, aber die Kombination oder das wiederholte Auftreten solcher Veränderungen ist ein Grund, tierärztlichen Rat einzuholen. Herzerkrankungen bei Tieren lassen sich durch eine gezielte Untersuchung – darunter Abhören (Auskultation), Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) und EKG – zuverlässig einordnen und im Verlauf beobachten.

Früherkennung als wichtiger Baustein

Für viele Herzerkrankungen bei Tieren gilt: Je früher sie erkannt werden, desto besser lässt sich der weitere Verlauf begleiten und medizinisch unterstützen. In bestimmten Situationen – etwa bei Hunden bestimmter Rassen oder ab einem gewissen Lebensalter – können regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sinnvoll sein, auch wenn noch keine offensichtlichen Beschwerden bestehen. Dies gilt insbesondere, wenn bei einem Tier bereits ein Herzgeräusch festgestellt wurde, das weitere Abklärung erfordert.

Die Kardiologie der Kleintiere hat in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Diagnostische Möglichkeiten und medizinische Begleitung ermöglichen es heute, betroffenen Tieren über lange Zeiträume eine gute Lebensqualität zu erhalten.